Dr. phil. Gregor Schmieg

Traumasensible Paartherapie in Lübeck

Traumatic Bonding – Traumata und Bindungsmuster

Bindung ist die Art und Weise wie Menschen miteinander in tiefere emotionale Verbindung gehen. Deshalb zeigen sich unsere sogenannten Bindungsmuster oder Bindungsstile am deutlichsten in Liebesbeziehungen. In allen anderen Beziehungen, zum Beispiel im Job, kommen Bindungsmuster zwar auch zum Vorschein, aber oftmals nicht in der Deutlichkeit, wie wir sie in einer Liebesbeziehung sehen. Wenn wir nach unseren Bindungsmustern handeln, können wir das Gefühl haben, uns immer auf die gleiche Weise zu verhalten, womöglich machen uns immer die gleichen Situationen Angst oder wir haben das Gefühl, immer an den gleichen Problemen in der Partnerschaft miteinander zu scheitern – Konflikte beispielsweise entstehen immer wieder an den gleichen Themen, was uns verzweifeln oder eskalieren lassen kann.

Zusätzlich ist eine Beziehung gerade am Anfang oft umso intensiver, je mehr vergangene traumatische Erfahrungen zwei Menschen mit hinein bringen. Endlich! ist trotz alledem Liebe und Beziehung in meinem Leben da. Manchmal passiert dann etwas beinahe magisches: So viel Intensität und so viel Liebe und am Anfang auch oft sehr viel Zärtlichkeit, Begehren und Zuwendung sowie das Gefühl, sich unendlich verstanden zu fühlen – „jetzt komme ich an“.

In manchen Fällen spricht man von „Traumatic Bonding“, wenn das Glück der anfänglichen Nähe zu einer Verschmelzung wird und eine sehr symbiotische Beziehung entsteht. Traumatische Bindung basiert auf einer sehr starken und engen Beziehung mit viel Energie, die aber auch sehr anstrengend und toxisch sein kann, wenn emotionale Abhängigkeiten entstehen. Darin liegt etwas rauschartiges, das süchtig machen kann. Deshalb verschenken Menschen ihr Herz sogar immer wieder an Personen mit sehr ähnlichen seelischen Wunden. Vielleicht aus Sehnsucht nach dieser magischen Nähe in und durch das Trauma, die hilft, die eigenen Wunden nicht spüren zu müssen. Man kann sagen, dass tramatic bonding eine Traumafolge ist und nicht bedeutet, dass Du falsch bist oder dich falsch verhältst, sondern einfach einen bewussteren und sanfteren Umgang damit finden darfst.

In einer Beziehung mit traumatic bonding fängt oft nach einigen Monaten, manchmal auch einem halben Jahr, das, was da in der Tiefe liegt, an aktiv zu werden. Die Zerstörungskraft des Traumas zeigt sich. Vor allem wenn wir frühe Traumatisierungen durch Gewalt oder Missbrauch erlebt haben, können Menschen die uns nahe kommen, ganz plötzlich „gefährlich“ werden. Es beginnt dann ein Hin und Her von Übertragung und Projektion: das Dramadreieck von Täter, Opfer und Retter. Wenn die alten Verletzungen hochkommen und die Traumata aktiviert werden, ist es eine große Herausforderung für eine Beziehung das aufzufangen. Die Herausforderung heißt hier, einen gesunden Abstand in der Liebe zu finden, um nicht sich selbst zu verlieren – und manchmal auch, um sich selbst und andere zu schützen.

Wenn Beide Partner:innen noch ohne ein Bewusstsein dafür tief in ihren Traumata drin hängen, dann führt dies oft zu vielen neuen Verletzungen, zu viel Schmerz und Leid. Manchmal muss dann auch ein räumlicher Sicherheitsabstand eingenommen werden, was viel Einsamkeit auslösen kann. Das kann auch dann wichtig sein, wenn die Beziehung so innig ist und man sich nicht trennen will, weil man das Potenzial für Schönheit und Liebe bei allem Schmerz noch spüren kann – die Sehnsucht und Hoffnung auf bessere Zeiten kann zum Verhängnis werden, wenn sie überstark ist.

Solche Situationen sind sehr tragisch und es gibt keine schnelle Lösung, aber es gibt sehr häufig die Chance für gemeinsames Wachstum. Eine Situation, in der sich sehr viele Menschen befinden, die ein Trauma in sich tragen und dennoch den Traum von einer funktionierenden Beziehung nicht aufgegeben haben. In unterschiedlicher Ausprägen werden sogar alle Beziehungen durch solche Phasen gehen, um zu reifen.

Traumaaktivierung muss also keine Sackgasse für die Beziehung sein. Hier liegt nämlich die Chance für das Paar, sich miteinander zu verändern. Dafür braucht es häufig Unterstützung von außen durch eine Paartherapie, damit Beide in die Lage kommen, ein Bisschen Abstand zu den eigenen Gefühlen zu gewinnen und den Abstand auch aufrecht zu erhalten. Denn nur so kann ich selbst und meine Partner:in genügend Raum bekommen, um sich in seiner Einzigartigkeit zu zeigen und zu spüren. Das heißt, sich immer wieder selbst zu fragen „was passiert denn hier jetzt gerade?“ und auch immer wieder klar auszusprechen, dass die eigene Not auch mit mir selbst zu tun hat. Immer wieder die eigene Situation zuerst klären, übt darin Eigenverantwortung zu finden. Wenn Ihr es schafft immer wieder ins Hier und Jetzt zurück zu kommen, die Projektionen und Übertragungen immer wieder zu lösen, dann wird die Chance auf einen gemeinsamen Wachstumsprozess immer größer – eine ganz neue Magie, in der wir nicht mehr verschmelzen müssen, um uns geliebt zu fühlen. Das nennt man auch bezogene Individuation in der Paarpsychologie.

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Häufig gestellte Fragen

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Paartherapie ist eine professionelle, sehr individuelle und einfühlsame Behandlung von emotionalen Belastungen in Paarbeziehungen. Sie kann helfen, koknkrete Probleme und Konflikte respekt- und liebevoll zu lösen und sich wieder anzunähern. Auch hilft Paartherapie tief verwurzelte Muster des Fühlens und Verhaltens zu verstehen, neue Bewältigungswege zu entwickeln und das persönliche Wohlbefinden des Paares zu steigern. Lies auf meiner Seite weiter, um mehr darüber zu erfahren.

In meiner Praxis kommen verschiedene Therapieansätze zum Einsatz. Die Basis ist das Emotionsfokussierte therapeutische Gespräch. Darüberhinaus kombiniere ich gestalttherapeutische Methoden, um im Hier und Jetzt zu bleiben, mit hypnosystemischen Methoden aus der Ego-State Arbeit, um alte Fühl-Denk-Verhaltensmuster aus den Herkunftsfamilien zu verändern. Dabei erkläre ich immer worum es geht und biete Übungen an auch für Zuhause – welches Angebot für Euch passt, könnt ihr mir offen rückmelden.

Eine Paartherapie ist für alle geeignet, die in der Partnerschaft unter psychischen Belastungen wie Angst, Stress, Depression oder Lebenskrisen leiden - besonders, wenn die Belastung akut ist und die Konflikte sehr verletzend. Paartherapie bietet aber auch Unterstützung bei Entwicklungsprozessen und Veränderungen der Partnerschaft, wie Eltern werden oder sein, Altern, Trauer oder beruflicher Veränderung und vieles mehr.

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